Sonntag, 13. April 2014

Mit Jonas Kaufmann ins zeitliche Unheil – bei der „Oper im Kino“ lauern ungeahnte Fallstricke (worauf bei der MET aus New York live zu achten ist)



Osnabrück/New York - Was für ein Schreck: Kaum hast Du den Kinosaal betreten, um Dir mal wieder eine Oper-Live-Übertragung aus der Metropolitan Opera in New York (MET) anzusehen, musst Du feststellen, dass der zweite Akt schon fast vorbei ist und der ganze „Werther“ schon seit einer geschlagenen Stunde läuft (so geschehen im März des Jahres) und Jonas Kaufmann in der Hauptrolle schon längst sein Unheil besingt. Huch! Aber wie kann das sein? Bislang stand doch jedes Mal 19 Uhr als Startzeit auf der Kinokarte – außer vielleicht bei Wagner -, so dass Du Dich blindlings darauf verlassen hast, ohne mal nachzusehen. Oper im Kino? Na klar – um 19 Uhr. War doch immer so.

Reingefallen – in New York ticken die Uhren ganz anders


Nöö, stimmt nicht. Und der Kollege Nr. Zwei aus unserer munteren opernbegeisterten Dreier-Runde (zuweilen auch Vierer-Runde) hat nach anfänglicher Schockstarre auch eine Erklärung parat: „Ach Mist“, sagt er, „jetzt fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren – die haben da drüben ja jetzt gerade ihre Zeitumstellung gehabt….“ Das hatte er noch wenige Tage zuvor bei Facebook gesehen, dass einer seiner amerikanischen Kontakte etwas von der Uhrenumstellung geschrieben hatte.

Der Dirigent gibt den Auftakt, die Pizza wird serviert


Es war ihm jedoch nicht in den Sinn gekommen, dies auch auf unseren Opernbesuch – also Kinobesuch – zu beziehen. Und so hat unsere kleine Dreierrunde noch gemütlich bei Pizza und Bier im Restaurant gesessen, während Dirigent Alain Altinoglu schon den Auftakt zu Massenets hochromantischer und vielleicht sogar bester Oper gegeben hatte. Um 13 Uhr neuer amerikanischer Zeit und 18 Uhr alter europäischer Zeit. Mist! 

Ein jedes Ding hat sein Gutes


Bei 30 Euro Eintrittspreis und knapp drei Stunden Laufzeit heißt das… – fast ein Drittel verschenkt. Und das bei einer der dichtesten und überzeugendsten Opernproduktionen seit langem, wie sich später herausstellt. Aber das ist heute nicht unser Thema. Ärgerlich war es, aber nun gut, ein jedes Ding hat sein Gutes: Wir haben jedenfalls daraus gelernt, ab sofort einen strengen Blick auf die Eintrittskarten zu werfen. Und wenn wir uns in unserer kulturbegeisterten Dreier- oder Vierer-Runde verabreden, ganz egal zu was, und sei es nur zum Biertrinken, dann heißt es in den Mails seither. „Okay, wir treffen uns also um 18 Uhr. Sommerzeit!“

Oper im Kino – ein Phänomen mit besonderen Regeln


Was die Oper im Kino angeht – zu diesem Phänomen gibt es durchaus noch mehr an Erlebnissen zu erzählen und noch weitere Fallstricke zu beachten. Da war zum Beispiel noch diese Sache mit der Gummibärchentüte und die Frage der Etikette. Aber das ist eine andere Geschichte und sie wird in einem späteren Blogeintrag behandelt werden. 


(Foto: eigen/Achenbach)

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