Donnerstag, 18. August 2016

Vor dem Start von Staffel Zwei der Netflix-Serie "Stranger Things" am 27. 10. 2017: Was uns die letzte Folge von Staffel Eins alles sagen könnte und welche Interpretationen sie zulässt


Osnabrück - Was bedeutet dieses Ende? Welche Erklärung gibt es? Das lässt einem ja keine Ruhe.... Zu Ende geguckt, aufgesogen, als Rausch erlebt. Was die letzte Folge - also die achte Folge - der ersten Stafffel von "Stranger Things" alles an Deutungen zulässt, ist hochspannend. Inzwischen hat Netflix ja bereits bestätigt, dass die zweite zweite Staffel am 27. Oktober 2017 starten wird - und der erste Trailer dazu lässt viele Spekulationen zu. In einem anderen Blogbeitrag habe ich mich bereits mit den zahlreichen Zitaten aus 80er-Filmen auseinandergesetzt, die in dem neuen Netflix-Serien-Phänomen zu finden sind (mit einer nur moderaten Spoilerwarnung). Diesmal wird indes fleißig drauflos spekuliert, wie diese zweite Staffel wohl aussehen könnte - also, Achtung, wer die erste Staffel noch nicht zu Ende geguckt hat, sollte wissen, dass für diesen Beitrag die Spoiler-Warnstufe Rot gelten muss (massive Spoiler im folgenden Text)! Alle Leser sind natürlich gerne zum Mitdiskutieren eingeladen... 

Die letzte Episode von Staffel Eins ist nicht etwa deswegen so gut, weil diesmal das große Finale stattfindet. Nein. Es sind die Rätselfragen, die den Reiz ausmachen. Denn in dieser Folge sehen wir vor allem einige Ereignisse, die Anlass zu Spekulationen geben. Manches davon steckt in den Rückblenden, aber nicht alles. Warum erschrickt sich beispielsweise das kleine Mädchen vom Polizeichef Jim Hopper in einer Rückblende so dermaßen heftig, dass es angsterfüllt zittert, als er mit ihm auf dem Spielplatz herumtobt? Hat es etwa ein Monster gesehen - oder ist es kurzzeitig in die andere Dimension abgetaucht? Nur für ein paar Sekunden, so, wie es Will Byers am Ende auch noch einmal widerfährt? Später sehen wir, dass das Kind offenbar an einer Krankheit wie Krebs zu sterben droht (fast unerträgliche Szenen für junge Eltern, jedenfalls schlimmer als aller Monster-Glibber-Seriengrusel) - das könnte erneut ein Hinweis darauf sein, dass die Tochter womöglich schon in der anderen Dimension gewesen ist, denn, wie wir wissen: "It's toxic there" (Es ist giftig dort). Noch viel rätselhafter...:


Nur zur Erinnerung: Elf, das telekinetisch begabte Mädchen aus der Netflix-Serie "Stranger Things", mag Waffeln. Und wie. Das spielt noch eine wichtige Rolle. Aber welche Erklärung gibt es für die Ereignisse am Ende der ersten Staffel von "Stranger Things" - und wie geht es in Staffel Zwei weiter? (Netflix-TV/Netflix-Media-Center-Foto)

Warum findet sich in der anderen Dimension das Kuscheltier von Hoppers Tochter wieder? Ausgerechnet an ebenjener Stelle, an der Will Byers verschwunden ist bzw. an der er von dem Monster in die andere Dimension - das "Upside Down" - gezogen worden ist? Kann es womöglich sein, dass das junge Mädchen Elf in Wahrheit die Tochter von Jim Hopper ist? Die folgenden Indikationen sprächen dafür:

- Hopper selbst findet das Kuscheltier in der anderen Dimension, dem "Upside Down"

- Elf ist nur wenige Jahre älter als Hoppers wohl vor wenigen Jahren - vermeintlich - gestorbene Tochter (wie es die Mischung aus Rückblenden und 1983er-Spielzeit vermuten lässt)

- So, wie die Regierung sich in diesem Serienkosmos in alles einmischt (und sogar mit Watte ausgestopfte Kinder in die Leichenhallen legt), ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Kindstod nur vorgegaukelt wird, um ein junges Mädchen zu entführen

- Die Kinderzeichnung/das gemalte an der Wand von Hoppers Wohnbarracke, neben der Eingangstür, hat starke Ähnlichkeiten mit Elfs Zeichnung im "Energieministerium"

- Elf sagt zum die Experimente leitenden Oberbösewicht Dr. Brenner immer das deutsche "Papa", selbst im englischen Original, eben nicht "Dad" oder "Daddy", wie es eigentlich üblich ist - da steckt also eine Verfremdung drin, eine Distanzierung, eine Veränderung.

- Wie wir sehen können, wird Hopper am Ende des dramatischen Monster-Finales von Männern in dunklen Anzügen - offenbar Regierungsbeamte, offenbar nicht zum Brenner-Team gehörend - in ein Auto "gebeten" und fährt mit ihnen mit. Später ist er einfach wieder da. Was besprechen sie mit ihm, was geschieht dort? Teilen Sie ihm womöglich bereits mit, dass es sich bei Elf um seine Tochter handelt?

- Was dafür spräche: Hopper legt am Ende der letzten Folge etwas Essbares (inkl. der heißgeliebten Waffeln ! ) in ein draußen im Wald liegendes Versteck. Ist Elf womöglich nicht gänzlich verwschunden, füttert er sie, versorgt er sie, hat er Kontakt?

- Andererseits - und das ist die wirklich spannende Frage: Wenn Jim Hopper wirklich der Vater von Elf wäre, warum sagt sie dann nichts? Warum erkennt sie ihn nicht als solchen? Warum nennt sie Brenner ihren "Papa"? 

- Allerdings gibt es auch dafür bereits mögliche Erklärungen...: 

Was bedeutet das Ende von Staffel 1 der Serie "Stranger Things"? Polizeichef Jim Hopper und die junge Elf. Ist sie womöglich seine Tochter? Ohne dass er es ahnt? Vieles spricht dafür. Andererseits: Warum sagt sie selbst dann nichts? Doch selbst dafür gibt es eine mögliche Erklärung... (Netflix-TV/Netflix-Media-Center-Foto).

Dass das Gehirn von Elf irgendwie beeinträchtigt sein könnte oder Teile davon "gelöscht" worden sind, zeigt sich anhand der Tatsache, dass sie keinen Schokopudding (mehr?) kennt - "Was ist Pudding?", fragt sie. Das in den Armen von Jim Hopper liegende Krebs-Kind ist aber wenigstens zwei oder drei Jahre alt. Also in einem Alter, in dem Kinder sprechen, wissen, Dinge kennen.

So. Wäre das nicht ein spannendes Setting für Staffel Zwei? Dass der Zuschauer der Wiederzusammenführung von Vater und Tochter entgegenfiebern kann, von der er ja schon ahnt, dass es sie geben müsste, dass sich dem aber verschiedene Hindernisse entgegen stemmen. Aber was für Hindernisse könnten das sein? Nun, zum Beispiel Will Byers... Ja, Will Byers...:


Will Byers spuckt etwas aus. Aber was? Und wieso? Das Ende der ersten Staffel der Netflix-Serie "Stranger Things" lässt viele Deutungen zu - und alles ist offen für eine potentielle Staffel Zwei.    (Netflix-TV/Netflix-Media-Center-Foto) 

Denn, wo wir gerade so hübsch am Spekulieren sind, auch das wird am Ende der Folge angedeutet: Dass Will Byers womöglich viel nachhaltiger vom Bösen von der "Upside Down" infiziert worden ist, als seine Freunde und seine Mama und sein Bruder und die Zuschauer es ahnen. Jedenfalls scheint es ihn überhaupt nicht zu irritieren, dass er ein fettes und lebendes (!) und sich windendes Stück Gewürm aus seinem Hals herausspuckt. Nur der plötzliche Schrecksekunden-Wandel in die andere Dimension verunsichert ihn offenbar. Aber auch nur kurz. Und dann kehrt er zurück zu den Weihnachtsfeierlichkeiten - und sagt kein Wort von alledem, kein einziges Sterbenswörtchen? Also wenn sich da nicht jemand darauf vorbereitet, als neuer Bösewicht - quasi als Gesandter der dunklen Seite - die reale Welt zu infiltrieren... Tja, vielleicht werden wir es erleben. Das Warten dauert nicht mehr lange. Ab dem 27. 10. 2017 startet Staffel Zwei der TV-Serie auf Netflix.... (in der Zwischenzeit ist übrigens die neue Serie "Star Trek Discovery", die dort läuft, ein guter Tipp - Rezension und Besprechung dazu siehe hier....)

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