Mittwoch, 23. März 2016

Und so war Richard Wagners "Lohengrin" im Theater Osnabrück im Frühjahr 2016 - eine Besprechung



In fernem Land: Der "Lohengrin" im Theater in Osnabrück in der Inszenierung von Yona Kim: Während Chris Lysack als Lohengrin die "Gralserzählung" singt, sinken Ortrud (großartig: Andrea Baker) und Elsa von Brabant (Lina Liu aus dem Osnabrücker Ensemble) in seltsamer Synchronität sterbend zu Boden.   (Jörg-Landsberg-Foto/Theater Osnabrück)

Osnabrück - Ja, okay. Zugegeben: Noch vor der Premiere am 19. 3. 2016 hatte auch der Autor dieser Zeilen sein kleines Quäntchen dazu beigetragen, die Fallhöhe für den "Lohengrin" im Theater Osnabrück weiter nach oben zu treiben - denn natürlich ist es sehr, sehr mutig für ein kleineres Stadttheater, sich an einer solchen Mammut-Oper bayreuthscher Größenordnung zu versuchen. Und natürlich bedeutet das auch, dass der Zuschauer mit Kompromissen leben muss. Dass das Wagnis Wagner (erster Osnabrücker "Lohengrin" seit fast 50 Jahren) aber dennoch ganz ordentlich gelingt, sei hier vorab schon einmal verraten - warum die Schwachstellen des Abends schnell ausgebügelt sind und wie die Inszenierung insgesamt geworden ist, findet sich alles in einer Besprechung, die ich für die "Osnabrücker Nachrichten" (ON) geschrieben und die sich hier lesen lässt...

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Das Werbebanner an der rechten Seite des Theaters am Domhof in Osnabrück kündigt es an: Hier wird derzeit der "Lohengrin" gegeben. Premiere war am Samstag, 19.3 .2016 um 17 Uhr.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Kommentare:

germanpostodc hat gesagt…

Hallo Thom,

Eine Frage an den großen Opernexperten. Das Badische Staatstheater wagt sich an den Ring. Welchen Teil würdest du denn als das Highlight ansehen? Als nächstes wird Rheingold aufgeführt werden.

Danke für deine Meinung,

Ein treuer Fan

Thomas Achenbach hat gesagt…


Hallo lieber treuer Leser,

Danke für Dein Vertrauen. :-) Was soll ich sagen? Alle!? Okay, in der Walküre gibt es ein paar Längen, der ganze zweite Akt ist doch ein wenig fad (und lang). Aber ansonsten haben alle vier Teile ihre Höhepunkte. Wenn sie gut inszeniert sind, auch emotionale Höhepunkte. Die Mystik des fließenden Wassers (auskomponiert) und die Geheimnisse darunter (Rheingold). Der Verstoß der eigenen Tochter (Wotan/Walküre). Der miese Verrat an einem irgendwie schrecklich naiven kleinen Jungen (Siegfrid). Und die DÜsternis und Ausweichlichkeit des Endes (Götterdämmerung). Und wenn man dann erstmal beginnt, die Leitmotive raushören und entschlüsseln zu wollen, ist die Sucht komplett. Hach. Es juckte mir in den Fingern...

Liebe Grüße & lieben Dank!