Donnerstag, 23. Juni 2016

Nils Lofgren, you owe us... one concert! - Von der großen Hoffnung auf ein eigentlich uns zugesagtes Rock-Konzert (denn große Rockträume sterben nie)


Osnabrück - Der wird schon noch kommen, der Nils Lofgren. Ganz sicher wird er noch kommen. Denn eines der wichtigsten Dinge in meinem Besitz ist eine bislang nicht eingelöste Eintrittskarte für ein Nils-Lofgren-Konzert in unserer Region, das zwar schon 2007 stattfinden sollte, dann abgesagt werden musste und das uns Fans in der Region - eigentlich - als immer noch versprochen gilt. Die Geschichte dieser Eintrittskarte ist die Geschichte eines Bangens und Hoffens. Sie geht so...


Drei Eintrittskarten. Zwei der Konzerte haben stattgefunden...   (Thomas-Achenbach-Foto)

Zu den intensivsten und prägendsten Konzerterfahrungen meines Lebens gehören die Auftritte von Bruce Springsteen und seiner E-Street-Band. Was da an Intensität und Energie rüberkommt, ist bemerkenswert und in Worten schwer zu beschreiben. Schon zwei mal durfte ich diese seltene Erfahrung machen (Stadion Düsseldorf im Juni 2008 - legendäres Konzert mit ausfallender Tontechnik, dann Stadion Hannover im Mai 2013 mit gottseidank stabiler Technik). Für mich als Kind der 80er war Springsteens Reunion mit der E-Street-Band Anfang der 2000er Jahre eine beglückende Erfahrung. Da ist es logisch, dass es dabei nicht bleibt.


Melle - gut vernetztes Städtchen in Sachen Rock'n'Roll


Als sich also gegen Ende des Jahres 2006 zeigte, dass das reguläre E-Street-Mitglied Nils Lofgren im folgenden März zu einem Solokonzert in unsere Region kommen würde - ins hübsche und musikalisch bemerkenswert gut vernetzte Städtchen Melle, um genau zu sein -, gab es kein langes Zögern mehr. Karte gekauft, aufs Konzert gefreut, alles prima. Oder? Tja, siehe da... Eben nicht alles prima. Denn Lofgren hatte gesundheitliche Probleme, brauchte eine neue Hüfte, musste absagen (inzwischen wissen die Fans, dass es sogar zwei neue Hüften waren). Nun denn, alles kein Problem, sagte mein Kumpel, der Springsteen-Fan (einer meiner besten Kumpel und ein treuer Konzertbegleiter...). Denn...


Die Ansage war: Behaltet mal die Karte, der kommt noch


Denn er hatte mit den Konzertveranstaltern gesprochen und die hatten gesagt: Klar, wer sein Geld zurückhaben will, der bekommt es auch zurück. Aber Lofgren habe nur von einer Verschiebung gesprochen und er würde gewiss wiederkommen. Wer also die Karte einfach behielte, der könnte dann zum Ersatzkonzert kommen. Das war 2007. Dass die Konzertveranstalter inzwischen wohl pleite gegangen sind (nach dem Bespielen des legendären Ballsaals des Cafés Honerkamp), tja, doof. Dass es seither wohl keinen heißen Kontakt mehr zum Springsteen-E-Street-Gitarristen gibt. Tja, doof. Dass wir seither auf ein Konzert hoffen, von dem wir nicht wissen, ob es jemals was wird. Tja, doof. Obwohl..,

Hüpft über die Bühne wie ein Derwisch - Nils Lofgren live ist sicher ein Erlebnis. Auch ohne Bruce und die E-Street-Jungs. Glauben wir, jedenfalls.   (Thomas-Achenbach.-Foto)

Der Boss selbst ist öfter mal in der Gegend


... obwohl es zarte kleine Fünkchen von Hoffnung gibt. Immerhin war Bruce Springsteen selbst - der Boss persönlich! - nun schon desöfteren im kleinen Örtchen Hagen a.T.W. nicht unweit von Osnabrück und Melle zu Gast, weil seine Tochter - passionierte und erfolgreiche Reiterin - auf dem weltweit bekannten Hofe Kasselmann zu Pferde unterwegs war. Und immerhin gibt es im kleinen Ortsteil Melle-Buer die emsigen Konzertbetreiber der hübschen Scheune dort, die zumindest den inzwischen ebenfalls zur E-Street-Band gehörenden Saxophonisten Eddie Manion schon mal zu Gast hatten. Also. Nils. Wir haben da noch so zwei Konzertkarten. Das wird schon noch was. Der wird schon noch kommen, der Nils Lofgren. Ganz sicher. Die Hoffnung stirbt sowieso immer zuletzt. Auch das ist Rock'n'Roll.

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